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Märchen für kinder

Aschenputtel

Aschenputtel

Es war einmal ein nettes Mädchen, das hieß Aschenputtel. Ihre Mutter war gestorben, und ihr Vater hatte eine neue Frau geheiratet, die zwei Töchter aus erster Ehe mitbrachte. Diese Stiefschwestern waren hochmütig und gemein. Sie mochten Aschenputtel nicht, weil sie hübscher und freundlicher war als sie. Von früh bis spät musste Aschenputtel im Haus helfen. Sie machte das Feuer, holte Wasser, kochte, putzte und ging nie zum Fest oder in die Stadt. Abends war sie so müde, dass sie sich nur noch in die Ecke an der Feuerstelle setzte, wo die Asche lag – daher nannten sie sie Aschenputtel. Eines Tages lud der König alle jungen Frauen des Landes zu einem großen Fest ein. Sein Sohn, der Prinz, sollte sich dort eine Frau aussuchen. Die Stiefschwestern freuten sich riesig und Aschenputtel wollte auch hin, aber die Stiefmutter lachte nur böse und sagte: „Du gehörst hierher, du hast nichts, was du anziehen könntest.“ Aschenputtel bat darum, wenigstens helfen zu dürfen, ihnen beim Anziehen und Schmücken zu helfen. Als sie fort waren, ging sie traurig zum Grab ihrer Mutter hinter dem Haus. Dort wuchs ein Haselbaum, den sie selbst gepflanzt hatte. Sie weinte und rief: „Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich!“ Und siehe da – ein Vogel kam und warf ihr ein wunderschönes Kleid herunter, glänzend wie Gold, und feine Schuhe aus purem Silber. Schnell zog Aschenputtel das Kleid an und eilte zum Fest. Keiner erkannte sie. Sie war so schön, dass alle nur staunten, besonders der Prinz. Er tanzte den ganzen Abend nur mit ihr. Doch als er sie nach Hause begleiten wollte, lief Aschenputtel fort und versteckte sich. Zuhause zog sie schnell die alten Kleider an und setzte sich wieder in die Asche, als wäre nichts gewesen. Am nächsten und am übernächsten Tag passierte das Gleiche. Doch beim dritten Fest ließ der Prinz eine Treppe mit Pech bestreichen, damit Aschenputtel nicht wieder entkommen konnte. Diesmal verlor sie beim Wegrennen einen gläsernen Schuh. Der Prinz nahm den Schuh an sich und schwor, er würde nur die Frau heiraten, der dieser Schuh passt. Er ging durchs ganze Land, bis er auch zu Aschenputtels Haus kam. Die beiden Stiefschwestern versuchten, den Schuh anzuziehen, aber der war zu klein. Schließlich durfte auch Aschenputtel es versuchen – und der Schuh passte perfekt! Der Prinz erkannte sie sofort als das geheimnisvolle Mädchen vom Fest. Bald darauf heirateten sie, und Aschenputtel wurde Königin. Die bösen Schwestern aber mussten erleben, dass Lügen und Neid nie belohnt werden – und Aschenputtel lebte glücklich bis an ihr Lebensende.

Frau Holle

Frau Holle

Es war einmal eine Witwe, die hatte zwei Töchter. Eine war fleißig und freundlich, die andere faul und zickig. Aber weil die faule Tochter ihre richtige war und die fleißige nur die Stieftochter, hatte die Mutter die Faule viel lieber. Die arme Stieftochter musste alle Arbeiten im Haus tun und war den ganzen Tag beschäftigt. Jeden Tag saß sie am Brunnen und musste spinnen, bis ihr die Finger weh taten. Eines Tages rutschte ihr die Spule aus der Hand und fiel in den Brunnen. Sie lief sofort zur Stiefmutter, erzählte, was passiert war, und hoffte auf Verständnis. Doch die Frau schimpfte und sagte: „Wenn du die Spule verloren hast, dann hol sie dir wieder!“ Da ging das Mädchen traurig zurück zum Brunnen und überlegte, was sie tun sollte. Schließlich sprang sie in den Brunnen, um die Spule zu holen. Sie verlor das Bewusstsein – und als sie wieder aufwachte, lag sie auf einer schönen Wiese, auf der überall Blumen blühten und die Sonne warm schien. Sie ging los und kam bald an einen Brotbackofen. Das Brot darin rief: „Hol mich raus, hol mich raus! Ich bin schon fertig und verbrenne sonst!“ Das Mädchen nahm eine Schaufel und holte die Brote vorsichtig heraus. Dann ging sie weiter und kam zu einem Apfelbaum, der rief: „Schüttel mich, schüttel mich! Meine Äpfel sind alle reif!“ Das Mädchen schüttelte den Baum, bis kein Apfel mehr hing, und legte die Früchte ordentlich in einen Korb. Schließlich kam sie zu einem kleinen Häuschen. Eine alte Frau schaute heraus – sie hatte so große Zähne, dass das Mädchen sich erst etwas fürchtete. Die Frau aber sagte freundlich: „Hab keine Angst, liebes Kind. Wenn du bei mir bleiben und mir helfen willst, soll es dir gut gehen. Du musst nur darauf achten, dass du mein Bett ordentlich aufschüttelst, damit es schön schneit oben auf der Welt. Ich bin Frau Holle.“ Das Mädchen blieb bei Frau Holle und war fleißig, freundlich und hilfsbereit. Es machte alle Arbeiten ordentlich und schüttelte das Bett jeden Tag kräftig auf, sodass es auf der Erde schneite. Nach einer Weile bekam sie Heimweh und bat Frau Holle, sie wieder nach Hause zu lassen. Frau Holle sagte: „Weil du so gut zu mir warst, will ich dich dafür belohnen.“ Sie führte das Mädchen zu einem großen Tor. Als es hindurchging, fiel ein ganzer Goldregen auf sie, und alles Gold blieb an ihr hängen. Frau Holle sagte: „Das soll dein Lohn sein.“ Dann bekam sie auch ihre Spule wieder zurück und durfte heimkehren. Als sie ankam, bellte der Hahn auf dem Hof: „Kikeriki, kikeriki, die goldene Jungfrau ist wieder hie!“ Die Stiefmutter freute sich gar nicht über die Heimkehr – aber als sie das viele Gold sah, wollte sie, dass ihre faule Tochter dasselbe Glück hatte. Sie schickte also die Faule an den Brunnen, um ebenfalls zu springen. Das Mädchen tat es, aber als sie auf der blühenden Wiese ankam, war sie unfreundlich und faul. Sie half dem Brot nicht, sie schüttelte den Apfelbaum nicht und kam schließlich auch zu Frau Holle. Diese nahm sie trotzdem auf, aber die Faule arbeitete kaum und schüttelte das Bett nur widerwillig. Nach kurzer Zeit hatte sie keine Lust mehr, und Frau Holle entließ sie. Zur Belohnung führte sie sie ebenfalls zum Tor – aber statt Gold regnete es Pech auf sie herab, und das blieb an ihr kleben. Als sie nach Hause kam, rief der Hahn: „Kikeriki, kikeriki, die pechschwarze Jungfrau ist wieder hie!“ Und das Pech ging nie wieder von ihr ab.

Sterntaler

Sterntaler

Es war einmal ein liebes Mädchen. Das Mädchen hatte keine Mama und keinen Papa mehr. Es war ganz allein. Das Mädchen war aber sehr freundlich und hilfsbereit, obwohl es selbst nur ganz wenig hatte. Das Mädchen hatte nur ein kleines Stück Brot und ein dünnes Kleid an. Es lief durch die Stadt. Da kam ein hungriger Junge. Er sagte: “Kann ich dein Brot haben? Ich habe so einen Hunger.” Das Mädchen gab ihm das Brot. Nun hatte es selbst nichts mehr zu essen. Dann traf das Mädchen ein frierendes Kind. Das Kind sagte: “Mir ist so kalt. Gibst du mir dein Mützchen?” Das Mädchen gab dem Kind das Mützchen. Später kam noch ein Mädchen ohne Jacke vorbei. Sie sagte: “Bitte, darf ich deine Jacke haben? Mir ist kalt.” Das liebe Mädchen gab auch die Jacke ab. Immer mehr Kinder kamen. Eines wollte das Kleid, eines die Schuhe. Das Mädchen gab alles weg, was es hatte, bis es fast nichts mehr anhatte. Da fielen plötzlich viele glänzende Sterne vom Himmel. Die Sterne sahen aus wie goldene Münzen. Sie sammelten sich um das Mädchen. Auf einmal hatte das Mädchen wieder ein warmes, schönes Kleid an. Und es hatte viele goldene Münzen, mit denen es gut leben konnte. Das Mädchen war glücklich, weil es geholfen hatte. Und jetzt musste es nie mehr hungern oder frieren.